Selbstverteidigungs-Workshop

Juni 27th, 2016

Workshop Selbstverteidigung
„Wenn du die Chance hast abzuhauen: mach das!“ sagen Peter Althaler und Susanne Wallner, beide Einsatztrainer der Salzburger Polizei. Bei einem vom Lungauer Frauen Netzwerk veranstalteten Selbstverteidigungsworkshop am 17. Juni, holten sich interessierte Frauen Tipps zur  Selbstverteidigung.

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Notwehr und Nothilfe
In einer ersten Runde erläuterten die Einsatztrainer das Thema „Notwehr“: Wenn der Angriff bereits begonnen hat, bzw. im Gange ist, kann man sich auf Notwehr berufen. Notwehr betrifft mich als Individuum, wenn mein Leben oder meine Freiheit, meine Gesundheit, mein Eigentum, oder meine körperliche Unversehrtheit bedroht ist. „Ist der Angriff beendet, darf ich nicht mehr weiterschlagen! Das wäre Selbstjustiz und man macht sich selbst dadurch strafbar“, ergänzt der erfahrene Sondereinheiten-Ausbildner Althaler. Kommt es zu einer Anzeige, gibt es ein Verfahren wegen Körperverletzung und dann entscheidet  letztendlich das Gericht.
Im Gegensatz zur Notwehr ist die Nothilfe verpflichtend – ähnlich der ersten Hilfe. Ist jemand in Bedrängnis, DSC_0869muss ich zumindest für Hilfe sorgen.

Pfefferspray und Co
„Viele haben zwar Waffen, können aber nicht damit umgehen!“
So ist auch der Einsatz von Pfefferspray nicht unumstritten uns verursacht ein eher trügerisches Sicherheitsgefühl. Ähnlich ist es bei Elektroschocker, zudem wirken diese relativ kurz. Die Gefahr von Selbstverletzungen ist ebenso gegeben. Oftmals erfolgt sogar der Umkehrschluss, dass Waffen den Täter noch aggressiver machen. Daher raten Wallner und Althaler: „Suche dir drei bis vier Techniken aus, trainiere sie regelmäßig, damit du diese auch in solchen Situationen abrufen kannst!“ Eine gute Abschreckungsmethode sind die „Schrillarlarme“, die einen lauten Alarm auslösen, ordentlich Aufmerksamkeit erzeugen und somit Täter in die Flucht schlagen. Diese kleinen Geräte mit großer Wirkung können z.B. am Schlüsselbund angehängt werden.DSC_0910

Verschiedene Techniken, Kniffs, Tricks und wirkungsvolle Befreiungs- und Selbstverteidigungstechniken wurden im dritten Teil des Workshops gezeigt und sogleich erprobt – und immer wieder mit Hintergrundinformationen untermauert. Und kommt es doch zu einem Ernstfall, so ist es wichtig, so viele DNA-Spuren wie möglich zu sichern: Haare, Haut, Blut, Sperma und Speichel – hier befindet sich unsere DNA, die allerdings durch Abwaschen, Duschen, Kleidung waschen weg ist. Daher: Spuren sichern wenn möglich, und unbedingt Anzeige erstatten.

Die Statistik zeigt dennoch aDSC_0922uf: die meisten Gewaltdelikte finden im häuslichen Bereich, in der Familie, statt. Doch Gewalt ist kein Kavaliersdelikt.

 

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