Biosphäre Lungau – Forum Mensch

Das Lungauer Frauen Netzwerk wirkt seit Beginn an im Forum Mensch – einer Arbeitsgemeinschaft innerhalb des Biosphärenparks:

die Themen und Inhalte 2015:

ArbeitsdokumentationForumMenschundKultur2015

Die Philosophie eines Biosphärenparks

Erhalten:

Ein Biosphärenpark fördert die Erhaltung

  • der Landschaft als Lebens-, Wirtschafts- und Erholungsraum für kommende Generationen;
  • und Pflege schützenswerter Lebensräume wie Hoch- und Flachmoore, Wasserläufe, Gebirgswälder und naturnahe Wälder, insbesondere der Schutzgebiete von regionaler und nationaler Bedeutung;
  • der typischen und vielfältigen Kulturlandschaft;
  • einer wettbewerbsfähigen Land- und Forstwirtschaft mit optimaler Wertschöpfung;
  • der kulturellen Vielfalt und des ausgeprägten Brauchtums.

Entwickeln:

Ein Biosphärenpark unterstützt

  • eine nachhaltige Entwicklung in der Region sowie die schonende Nutzung natürlicher Ressourcen;
  • den Einbezug der Bevölkerung in die Gestaltung des Biosphärenpark;
  • die Schaffung moderner Ausbildungs- und Arbeitsplätze – insbesondere für die Jugend – sowie zusätzlicher Nebenerwerbsmöglichkeiten;
  • die Erhaltung und Förderung von Bildungseinrichtungen als Basis für eine zukunftsorientierte Aus- und Weiterbildung;
  • den Aufbau von Kooperationen zwischen verschiedenen Branchen;
  • einen regionaltypischen, qualitativ hochstehenden und ganzjährigen Tourismus. In diesem Sinne  ist auch eine Modernisierung der touristischen Infrastruktur (z. B. künstliche Beschneiung, Neubauten, Erschließung) möglich;
  • eine nachhaltige Entwicklung in Handwerksbetrieben, Gewerbe und Dienstleistungsbetrieben sowie die Neuansiedlung von Unternehmen;
  • die Förderung einer dauerhaften, umweltschonenden Erschließung für den privaten und öffentlichen Verkehr unter Einbeziehung der bestehenden Tälerbusse;
  • die rationelle Verwendung von Energie sowie die Förderung erneuerbarer Energien.

Partizipieren:

Das Regionalmanagement

  • sensibilisiert die Bevölkerung für die laufenden Entwicklungen inner- und außerhalb des Biosphärenparks;
  • gestaltet den Biosphärenpark gemeinsam mit den Lungauerinnen und Lungauern.

Koordinieren und kooperieren:

Das Regionalmanagement

  • macht Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland auf die Schönheiten der Kulturlandschaft in den österreichischen Alpen aufmerksam;
  • bietet in Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern Weiterbildungen zu diversen Themen an;
  • pflegt Kontakte und Kooperationen mit in- und ausländischen zielverwandten Institutionen und Regionen;
  • beteiligt sich am Nachhaltigkeitsmonitoring, speziell der Umweltbeobachtung, innerhalb des weltweiten Netzes der Biosphärenreservate der UNESCO;
  • koordiniert die Forschung in dem Biosphärenpark;
  • trägt die Verantwortung der Modellregion im Zusammenhang mit den Zielsetzungen des Biosphärenreservats;
  • baut ein Kompetenzzentrum für die Region auf;
  • startet, begleitet und koordiniert Projekte; pflegt eine sachliche Auseinandersetzung, Lösungssuche und Diskussion mit den Betroffenen bei Fragen zum Biosphärenreservat, der Regionalentwicklung sowie bei Zielkonflikten;
  • ist ein kundenfreundliches Zentrum, das für Anliegen der Bevölkerung wie auch der Gäste offen ist.

Mehr Informationen:
Biosphärenpark Website

Was ist ein Biosphärenpark?

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SEVILLA STRATEGY

Anfangs war das MAB-Programm nur ein weiteres von vielen internationalen Forschungsprogrammen. Bei der Ausweisung der ersten Biosphärenreservate ab 1976 standen die Naturschutz- und Forschungsinteressen noch klar im Vordergrund. Die Einbindung des Menschen mit seinem Leben und Wirtschaften in der Natur wurde wenig berücksichtigt. Viele Gebiete waren bereits vor der Nominierung durch die UNESCO als Nationalparks oder Naturreservate unter besonderen Schutz gestellt. In den meisten Fällen wurden weder neue Flächen oder Funktionen hinzugefügt. In dieser Anfangsphase waren die Biosphärenreservate weit davon entfernt, ihre Funktion als weltweit koordiniertes Netzwerk zur Umweltbeobachtung und Erprobung von nachhaltigen Nutzungsstrategien zu erfüllen. Die änderte sich mit der Konferenz, die 1995 in Sevilla (Spanien) stattfand. Sie setzte einen Meilenstein in der Entwicklung des Biosphärenreservat Konzepts. Entscheidender Fortschritt war die Erkenntnis, dass der Schutz der biologischen Vielfalt nicht mehr isoliert von den Bedürfnissen der Menschen gesehen werden kann. Seither teilt sich die Geschichte des MAB-Programms in VOR Sevilla und NACH Sevilla. Die verabschiedeten ?Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate? betonten die aktive Rolle des Menschen. Er soll als integraler Bestandteil in Biosphärenreservaten leben und wirtschaften, mit dem Ziel, seine natürliche Umwelt langfristig zu erhalten. Gerade bei der Planung von neuen Biosphärenreservaten ist die Beteiligung aller Interessensgruppen vor Ort und die Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten entscheidend. Die gleichzeitig beschlossene ?Sevilla-Strategie? enthält 90 Empfehlungen, die auf globaler, nationaler oder regionaler Ebene erfüllt werden sollen. Diese Richtlinien sind zwar nicht völkerrechtlich bindend, UNESCO-Mitgliedsstaaten wie Österreich verpflichten sich aber freiwillig, die Kriterien bei der Einrichtung von Biosphärenreservaten einzuhalten.

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