Frauen am Land – das war der 4. November…

Dezember 3rd, 2015

…mit einer spannenden Buchpräsentation am Abend durch die Autorinnen des Buches: “Frauen am Land – Potentiale und Perspektiven” – mit Mathilde Schmitt, Gertraud Seiser und Theresia Oedl-Wieser:

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Mathilde Schmitt, Theresia Oedl-Wieser und Gertraud Seiser aus Innsbruck bzw. Wien erläuterten in ihren Ausführungen speziell die Themen Abwanderung von jungen, gut ausgebildeten Frauen. Zudem stellten sie den „Genderindex“ Österreichs vor: dies ist eine Kennzahl für die bestehende Lebensqualität und den noch vorherrschenden Geschlechterungleichheiten in Bezug auf Einkommenssituationen, Arbeitsmarktsituation, u. a. – erwartungsgemäß ist die gender-Kennzahl für den Lungau wenig berauschend.

In der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Autorinnen sowie Wolfgang Pfeifenberger (Obmann Wirtschaftskammer) und Markus Schaflechner (Bioshärenpark-Management) fand auch noch ein reger Austausch hinsichtlich der persönlichen und beruflichen Erfahrungen statt. Ein Diskussionspunkt war dabei die (politische) Beteiligung von Frauen, die sich kaum in der politischen Landschaft wiederspiegelt. „Wir erleben eher einen backslash in die traditionellere Welt!“ meint eine Teilnehmerin, „wenn es um wirklich wichtige essentielle Themen geht, dann sind die Frauen außen vor.“ Hier sehen die TeilnehmerInnen Potential bei den Frauen selbst, beispielsweise indem sie Politiklehrgänge besuchen; auch den eigenen perfektionistischen Anspruch zu hinterfragen, oder den Mut aufzubringen, in eine politische Aufgabe hineinzuwachsen.

Die Autorinnen erläutern weiters die prekäre Situation von Frauen in der Landwirtschaft: Die Bäuerinnen empfinden sich am Hof als gleichberechtigt, aber: Oftmals auch aus Unwissen sind Bäuerinnen (erb-) rechtlich nicht im Betrieb verankert, Sozialversicherungs- sowie Pensionsansprüche gehen verloren, hier besteht ein großes Risiko hinsichtlich weiblicher Altersarmut.

Dass Frauen großteils in prekären Teilzeit-Arbeitsverhältnissen stehen und ihr Einkommen „lediglich“ ein Zuverdienst zum Haupt-Familieneinkommen ist, stellt somanche Frau in der Pension bzw. bei Änderung der Familiensituationen vor großen Herausforderungen.

Aufgeholt hingegen haben die Frauen im Bereich Bildung. Allerdings, und das ist die krux an der Sache, wandern gerade jene junge gut ausgebildete Frauen ab. Je nach Lebenssituation, gerne in Hinblick auf Familiengründung, kehren manche zurück. Der Großteil bleibt jedoch im städtischen Umfeld. Überalterung, Abwanderung, Migration, Ehrenamt und Pflege, (qualifizierte) Arbeitsplätze sind Themen, die uns alle betreffen.

Und: Das Thema Kinderbetreuung natürlich: da hat der Lungau gut aufgeholt. Auch die Männer selbst, die sich gerne an der Kindererziehung beteiligen. „Väterkarenz ist eine tolle Sache, aber nach ein oder sechs Monaten ist die Betreuung der Kinder noch nicht vorbei, dann bleibt vieles wieder an der Frau hängen“, erläutert Mathilde Schmitt.

„Frauenarbeit versteht sich dabei als eine Verbesserung von Lebensqualitäten für BEIDE Geschlechter, es soll kein Zwang oder Instrument für Quotenerfüllung sein. Frauenarbeit soll sich als STRATEGIE in den wichtigen Entscheidungsgremien etablieren“, resümiert Heidi Fuchs die gelungene Veranstaltung.

 

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